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| was Bedeutet Rap bzw.Hip Hop | ||
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04.03.2008 02:12
HipHop - Von der Ghettokultur zum Rap "light"Die Wurzeln des HipHop sind viele Generationen
alt und eng mit der Geschichte der Sklaverei verbunden. Als
eigenständige Jugendkultur trug HipHop jedoch erst in den frühen
1970er-Jahren Blüten, zunächst als alternative Partyform von Ghetto- jugendlichen, selbstorganisiert und fernab vom langweiligen Rock- und Disco-Mainstream der Weißen. Bald schon begannen DJs und MCs (Rapper) damit, Rap als Darstellungsform für die oft brutale Ghetto-Realität zu nutzen. Bar jeglicher Aussicht auf eine Veränderung ihrer sozialen Lage, führten die Jugendlichen Stellvertreter- kriege gegen sich selbst: Drogen, Kriminalität, Bandenkriege. Die HipHop-Idee war es nun, die selbstzerstörerische Gewalt und Drogenflut einzudämmen und kreativ umzulenken. HipHop-Begründer wie Afrika Baambaataa und Grandmaster Flash motivierten die Gangs, ihre Rivalitäten in Rap- und DJ-Battles (Wettkämpfen) auszutragen, sprühten ihre erfahrungsgesättigten Warnungen vor exzessivem Drogenkonsum an die Wände, verkehrten das verächtliche "Nigger"-Dasein im Rap zum selbstbewussten "black & proud". Es ging also weiterhin um Wettbewerb, um Konkurrenz. Doch die sollte anders ausgetragen werden als bisher: Kreativität als Waffe. Wer zukünftig den Respekt – ein Schlüsselwort nicht nur in der HipHop-Kultur – seiner Community erhalten wollte, musste dies mit Worten, Farben, Tanzen und Musik erarbeiten, nicht mit der Pumpgun. Musik und AufklärungRap war und ist eine message music; die
Texte stehen im Mittelpunkt. Rap bedeutet vor allem Kommunikation. Und
egal, ob die frühen Raps von Sex, Drogen, Geschlechtskrankheiten, Armut
oder Kriminalität handelten, sie spiegelten immer den Alltag und die
(Alb-)Träume der schwarzen Unterschicht Nordamerikas wider, der die
Rapper selbst angehörten. Rap verknüpfte so in modernem Gewand zum Teil
Jahrhunderte alte Traditionen schwarzer Geschichtsschreibung, die
zumeist eine mündlich überlieferte war: von den Griots, den spöttischen
Geschichtenerzähler Westafrikas, über den Scat-Gesang des Bebob bis zum
Gospel schwarzer Prediger. Dabei war die Sprache des Rap subversiv.
Begriffe aus der (weißen) Herrschafts- sprache bekamen im Kontext des Rap eine völlig andere Bedeutung, enthüllten ihren wahren Sinn; Doppeldeutigkeiten oder die extremen Übertreibungen beim "Signifying" [eine stilisierte, rhetorische Sprachpraxis, Anm.d.Red.] waren nur für die Angehörigen der eigenen Szene zu decodieren. Rap war Musik und Aufklärung aus dem Ghetto für das Ghetto. Der Rap verlässt das GhettoFast zehn Jahre spielte sich HipHop
ausschließlich in wenigen "schwarzen" Vierteln von New York ab, eine
Straßenkultur, unbeachtet vom Rest der Welt. Doch die Bloc-Partys
[Nachbarschaftsfeste, Straßenfeste, Anm.d.Red.] machten Rap bekannt.
Einige MCs wurden zu lokalen Stars, nahmen bald Gagen für ihre
Auftritte und verkauften Mitschnitte ihrer Raps auf Kassetten. Der Rap
verließ das Ghetto. Die Veröffentlichung der ersten Rap-Single 1979 – Rapper’s Delight
von der Sugarhill Gang, einer Studioband! – bedeutete einen epochalen
Einschnitt in der Geschichte der Musikkulturen. Konnte DJ-Musik bis
dahin nur live erlebt werden, so ließ sich der auf Vinyl gepresste
Sound nun an jedem Ort von jedem Publikum konsumieren. Die DJ-Musik
begab sich damit auf den Weg von der Ereignis- zur Konsumkultur, die
Botschaften des Rap erreichten nun millionenfach die Ohren von
Jugendlichen, die den sozialen Kontext seiner Entstehungsgeschichte
nicht kannten oder nicht nachvollziehen konnten, weil sie niemals in
ihrem Leben einen Fuß in die realen Ghettos gesetzt hatten. Euphorie in deutschen JugendclubsFilme wie Wild Style (Charlie Ahearn, 1982), Beat Street (Stan Lathan, 1984) oder Style Wars
(Henry Chalfant, Tony Silver, 1982) trugen die bunten Identitätssymbole
New Yorker Graffitisprayer und die Fitnesskunst jugendlicher B-Boys
(Breakdancer) auch in deutsche Jugendklubs – im Westen wie im Osten.
Vor allem jedoch bei den bundesdeutschen Einwandererjugendlichen löste
die selbstbewusste Bilder- und Körpersprache der afro- und
lateinamerikanischen Straßenkids ein euphorisches Echo aus. Kein
Wunder, dass sich überall in Deutschland Jugendzentren in Graffiti- und
Breakdance-Werkstätten verwandelten. Doch nach und nach strömten auch
Kids herbei, die weder das eine noch das andere aus persönlichem
Erleben kannten und gerade deshalb auf diesen exotischen Ghetto-Thrill,
gepaart mit absoluter Coolness, abfuhren. Rap als MassenwareIm US-Pop-Business war Rap bereits Mitte der
1980er-Jahre die Wachstumsbranche Nummer eins. Der 1981 für die
konsumfreudige urbane Jugend gestartete Musikkanal MTV sendete in den
ersten Jahren ausschließlich Videos weißer Musiker/innen und nahm erst
nach einer Boykottdrohung der Plattenfirma CBS afroamerikanische
Künstler/innen ins Programm, ignorierte Rap jedoch noch jahrelang. Der
Sender kapitulierte schließlich vor der Tatsache, dass sich auch weiße
Teenager massenhaft für diese Musik begeistern ließen und startete 1988
mit Yo! MTV Raps eine tägliche HipHop-Show, die sofort die
höchsten Einschaltquoten erreichte, die MTV jemals hatte. Millionen von
Fans wollten diese Musik im Radio hören, im Heimkino sehen, im
Plattenhandel kaufen. Daraus ergab sich allerdings für die Industrie
ein Problem: Die wichtigsten Stars wie Ice-T, Ice Cube, Public Enemy,
2Live Crew, N.W.A. standen auf dem Index wegen ihrer explicit lyrics
[deutsch: allzu deutliche Liedtexte, Anm.d.Red.]. Die Musikindustrie
reagierte zunächst mit einer umfassenden Zensurkampagne: "Ganze Songs
werden vor der Veröffentlichung vom Album genommen, Coverkunst wird
vernichtet. Ein Künstler wird gezwungen, eine ‘saubere’ Version eines
'schmutzigen' Songs zu schreiben", berichtet Ice-T in seiner
Autobiographie. Zensur und medienwirksame Skandale
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